Nährstoffversorgung |
| Alle benötigten Nährstoffe
können dem Körper durch vegane Nahrungsmittel zugeführt
werden. Und dies erfordert keineswegs einen besonderen Aufwand oder gar
das Jonglieren mit komplizierten Tabellen. Eine abwechslungsreiche Ernährung
und die Beachtung einiger Grundregeln genügen. Tatsächlich ist
es so, daß durch den Konsum von Tierprodukten das Risiko schwerwiegender
Gesundheitsschäden (Krebs, Herzkrankheiten u.v.m.) deutlich erhöht
wird; Hauptlebensmittelallergene sind Eier und Milchprodukte. |
(Quelle: The Vegan, Frühjahr 1996) |
| Für die Ernährung werden
Eiweiß, Kohlehydrate, Fette, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe
benötigt. Hierzu - insbesondere zu Protein, Eisen und Vitamin B12,
die besonders häufig als problematisch in der veganen Ernährung
bezeichnet werden - einige kurze Informationen. |
| Eiweiß (Protein) |
Eiweißmangel durch vegane Ernährung
ist nicht zu befürchten, auch nicht bei erhöhtem Bedarf (während
der Schwangerschaft und Stillzeit). Proteinhaltige Nahrungsmittel sind
Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Getreide, Nüsse und Samen (Lopino
enthält beispielsweise doppelt so viel Protein wie Tofu oder Fleisch).
Eiweißüberschuß kann sogar zu
Erkrankungen führen, in den Industrienationen wird üblicherweise
die doppelte Menge des eigentlichen Bedarfs verzehrt.
Von den etwa zwanzig Proteinbausteinen, den Aminosäuren,
sind acht essentiell, das heißt, sie müssen mit der Nahrung
aufgenommen werden, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann.
Nun enthalten Tierprodukte zwar alle acht, aber Sojabohnen (aus denen Tofu,
Sojamilch usw. hergestellt wird) ebenso. Auch Nüsse, Getreide und
Hülsenfrüchte sind sehr proteinreich; daß beispielsweise
Getreide die Aminosäure Lysin, Hülsenfrüchten Methionin
fehlt, wäre nur dann ein Problem, wenn lediglich eines dieser Nahrungsmittel
zur Verfügung stünde - um auch nur eine Aminosäure zu vermeiden,
wären also große Anstrengungen erforderlich, da die eine Gruppe
die jeweils der anderen fehlende enthält: die Aminosäuren in
Reis mit Bohnen beispielsweise oder in Brot mit Erdnußbutter ergänzen
sich.
Nicht alle essentiellen Aminosäuren müssen
(anders als früher angenommen) mit einer Mahlzeit aufgenommen werden,
da der Körper ein Depot anlegt. Es genügt, sich ausgewogen und
abwechslungsreich zu ernähren. |
| Kohlehydrate |
Kohlehydrate sind die Hauptenergiequelle des Körpers.
Auch bei nichtvegetarischer Ernährung werden sie vor allem aus Pflanzen
aufgenommen: einfache Kohlehydrate aus Obst und Zucker, komplexe in Getreide,
Kartoffeln und Pastinaken. |
| Ballaststoffe |
Ballaststoffe sind, auch wenn der irreführende
Name anderes vermuten läßt, für die Ernährung notwendig.
Sie sind vor allem in Vollkorngetreideprodukten, frischem und Trockenobst
sowie Gemüse vorhanden. |
| Fette und Öle |
Fette setzen sich aus Fettsäuren zusammen,
von denen einige essentiell sind.
Es wird zwischen gesättigten und (einfach
und mehrfach) ungesättigten Fettsäuren unterschieden. Gesättigte
erhöhen den Blutcholesterinspiegel (und damit das Risiko von Herzerkrankungen).
Pflanzenfette (außer Kokosnuß- und Palmöl) sind eher ungesättigt
und daher weniger problematisch. Da mehrfach ungesättigte Fette (z.B.
Sonnenblumen-, Distel- oder Sojaöl) hitzeempfindlich sind, sollten
zum Braten einfach ungesättigte (Oliven- oder Erdnußöl)
verwendet werden. Avocados sind ebenfalls sehr fetthaltig. |
| Vitamine |
Vitamine sind Nährstoffe, die der Körper
nur in geringen Mengen benötigt, die er aber nicht oder nur unzureichend
synthetisieren kann.
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Vitamin A kann aus dem Provitamin A vom Körper
hergestellt werden. Dieses ist in rotem und gelbem Gemüse (Tomaten,
Karotten), grünem Blattgemüse und gelbem Obst enthalten und wird
außerdem vielen Margarinesorten zugefügt.
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Zu den B-Vitaminen zählen Thiamin (B1),
Riboflavin (B2), Niacin (B3), Pyridoxin (B6). Alle B-Vitamine (außer
B12) sowie Fol- und Pantothensäure und Biotin (Vitamin
H) sind in Vollkorngetreideprodukten, Hefe, Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten
und grünem Gemüse enthalten.
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Vitamin B12 (Cobalamin) ist insofern problematisch,
als es außer in Lopino praktisch nicht in Pflanzen vorhanden ist
(in geringen Mengen in milchsauer vergorenem Gemüse wie z.B. Sauerkraut).
Es wird ausschließlich von Mikrorganismen (Bakterien, Pilzen, Algen)
produziert. Spirulina oder fermentierte Produkte wie Tempeh oder Miso,
die früher als B12-Quelle angesehen wurden, sind ungeeignet, da hier
das B12 nur in nicht für Menschen verwertbarer Form vorliegt. Es werden
nur sehr geringe Mengen benötigt, wobei der Bedarf noch weiter sinkt,
wenn keine Tierprodukte konsumiert werden. Tierprodukte scheinen auch die
Aufnahme des im Darm produzierten B12 zu erschweren. Tatsächlich tritt
trotz gegenteiliger Behauptungen bei Veganern B12-Mangel nicht übermäßig
häufig auf (ob dies beispielsweise auf den Verzehr ungeschälter
Wurzelgemüse, an denen das von den Bodenbakterien produzierte Cobalamin
haftet, auf eine hinreichende Absorption des im Darm produzierten oder
andere Faktoren zurückzuführen ist, ist bislang noch nicht hinreichend
geklärt). Tatsache ist allerdings, daß B12-Mangel i.a. - unabhängig
von der Ernährungsform - genetisch bedingt ist, da bei einigen Menschen
der sogenannte intrinsische Faktor, der die Aufnahme von B12 ermöglicht,
fehlt, jedoch leicht zu behandeln ist. Bei Säuglingen können
allerdings irreversible Schäden entstehen, so daß darauf zu
achten ist, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.
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Vitamin C (Ascorbinsäure) ist in frischem
Obst, Salat, grünem Blattgemüse und Kartoffeln enthalten.
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Vitamin D (Cholecalciferol) kommt in Pflanzen
kaum vor (in geringen Mengen in Avocados, Pflanzenöl und Pilzen),
kann aber vom Körper synthetisiert werden, wenn die Haut dem Tageslicht
ausgesetzt wird. Das so im Sommer produzierte Vitamin D hält sich
über viele Monate, so daß es auch im Winter noch verfügbar
ist. Außerdem wird Margarine häufig Vitamin D zugesetzt.
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Vitamin E (Tocoferol) kommt in Pflanzenöl,
Nüssen und Samen sowie Vollkorngetreideprodukten vor.
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Vitamin K (Phyllochinon und Menachinon) findet
sich in Gemüse und Getreide und wird von Darmbakterien synthetisiert.
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Der Bedarf an den Vitaminen B1, B6, C und K sowie
Folsäure wird durch vegane Ernährung sogar besser gedeckt als
durch nichtvegetarische.
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| Mineralstoffe |
Die wichtigsten Mineralstoffe sind Kalzium, Eisen,
Magnesium, Jod und Zink.
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Kalzium ist in grünem Blattgemüse,
Sojaprodukten, Brot, Trinkwasser (bei hohem Härtegrad), Nüssen
und Samen und Trockenobst enthalten. Vitamin D verbessert die Kalziumaufnahme.
Die Behauptung, Milch sei notwendig, um die Kalziumversorgung sicherzustellen
und Osteoporose vorzubeugen, ist falsch. Im Gegenteil, zwar sind Milchprodukte
kalziumreich, sie enthalten jedoch andere Stoffe, die den Kalziumbedarf
erhöhen, so daß Milchkonsum das Osteoporoserisiko erhöht.
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Eisen kommt in grünem Blattgemüse,
Vollkornbrot, Melasse, Trockenobst (vor allem Feigen, Pflaumen und Aprikosen)
und Hülsenfrüchten vor. Eisen pflanzlichen Ursprungs wird zwar
relativ schlecht absorbiert, Vitamin C verbessert die Aufnahme jedoch.
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Magnesium findet sich in Nüssen und Samen,
Vollkorngetreideprodukten, Trockenobst, Hülsenfrüchten, Bierhefe,
frischem Obst und Gemüse.
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Jod kommt vor allem in Meeresalgen vor. In
Gemüse ist Jod ebenfalls vorhanden, der Gehalt hängt jedoch stark
vom Jodgehalt des Bodens ab. Dieser ist in Mittel- und Nordeuropa gering,
weshalb auch bei nichtvegetarischer Ernährung die Verwendung von jodiertem
Speisesalz empfohlen wird.
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Zink ist in grünem Gemüse, Sesamsamen
und Kürbiskernen, Linsen und Vollkorngetreideprodukten enthalten.
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| Fazit |
| Dies zeigt, daß eine gesundheitliche
Gefährdung bei vernünftiger veganer Ernährung nicht zu befürchten
ist. Dabei ist es keinesfalls erforderlich, genau zu wissen, in welchen
Pflanzen nun beispielsweise Vitamin K oder Magnesium enthalten ist, eine
abwechslungsreiche Ernährung stellt die Versorgung mit allen notwendigen
Stoffen sicher. |